Das Kontingent. Nach großem Erfolg in der IGS
weitere Aufführungen in der Stadthalle am 7. und 8. Juni.

Bericht von Steffi und Fotos von Kolja.

> Bilder aus der Aufführung

"Das Gesetz ist ein lebendiges Kleid, gewoben aus der Erfahrung des Schlechten. Wir brauchen es! Ohne Gesetz gibt es kein Recht."

Diese Zitate stammen aus dem Theaterstück "das Kontingent" von Soeren Vomia, welches im Februar 2000 auf der damals neueröffneten Schaubühne in Berlin uraufgeführt wurde. Schauplatz ist der Kaukasus in nicht allzu ferner Zukunft.
Zum Inhalt: Eine Truppe bewaffneter Freiwilliger aus diversen Ländern wird in dieses von Hunger, Not und Menschenrechtsverletzungen zerrissene Krisengebiet entsandt, um dort die ersten freien Wahlen zu schützen.
Der hohe Preis dieses Einsatzes ist der vollkommene Verlust von Individualität, da diese die Neutralität der Einheit gefährden würde. Denn absolute menschliche Neutralität zu wahren ist Ziel und einer der obersten Grundsätze des Kontingents. Also müssen die jungen Rekruten ihren Namen, Geschlecht, Nation und Muttersprache vergessen.
Mit dieser kalten Objektivität hat der junge Amerikaner Bill von vornherein Schwierigkeiten. Er ist in das Kontingent eingetreten um den Schreckensbildern und Nachrichten nicht mehr aus der Distanz tatenlos zusehen zu müssen.
Doch seine emotionalen Regungen und sein Gerechtigkeitssinn sind zu sehr in ihm verankert um nicht bald auszubrechen.
Doch sein Bemühen um Besserung verschlimmert die Lage dramatisch und endet schließlich in einer Katastrophe....

Existiert Objektivität überhaupt? Wie weit schützt Neutralität den Menschen vor sich selbst?
Diese Fragen schwirrten sicherlich nicht nur in meinem Kopf nachdem sich der Vorhang des Hörsaales in der IGS Brachenfeld schloss.
Denn dort wurde dieses Theaterstück von dem Projektkurs Schauspiel des 13 Jahrganges am 9/10 und 14/16 Mai überzeugend auf die Bühne gebracht- wahrscheinlich als erstes Schultheater welches die Aufführungsrechte beantragt und bekommen hat.
Das Wort schön wäre wohl nicht wirklich die rechte Bezeichnung für dieses sehr ernste und beklemmend zeitgemäße Schauspiel.
Doch anerkennender Applaus voller Respekt für die große Leistung der zumeist unerfahrenen Darsteller kann viel mehr als Worte sagen.
Wer das Kontingent noch nicht selbst erlebt hat, kann dies noch am 7.Juni um 20 Uhr und am 8. Juni um 10. 30 bei zusätzlichen Aufführungen in der Stadthalle nachholen.

(Steffi für ebenda)