"Elementarteilchen"

von Michel Houellebecq

Kurzbeschreibung:

Ein literarisches Zeitbild der letzten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts:

Die einsamen und verstörten Halbbrüder
Michel und Bruno teilen ein glückloses Leben mit einer lieblosen Mutter. Bruno wird Opfer seiner verzweifelten sexuellen Besessenheit. Michel lebt ein autistisches Forscherleben als Molekularbiologe, bis er das unsterbliche und geschlechtslose menschliche Wesen klont - die Vision jenseits des Egoismus und sexuellen Elends.
Dieses Buch traf mich wie ein Schlag in den Magen... in diesem Buch lassen sich Textstellen finden, die einen dermaßen schockieren und unsere Gesellschaft unwarscheinlich stark in Frage stellen, dass es mich in selbst ausserhalb der Lektüre des Buches in etliche wirre Gedankengänge getrieben hat.

Wer sich lieber im Optimismus und der Fröhlichkeit wälzt, sollte vielleicht einen Bogen um dieses Buch (diesen Autor) machen. Es motiviert auch nicht gerade zum Selbstmord, sondert fördert eher die nüchterne Resignation bezüglich der Suche nach dem Sinn des Lebens, der wohl jeder einmal nachgeht. Letztendlich ist es aber nur ein Buch, und zwar eines, was einem, am Morgen in der U-Bahn gelesen, die täglichen Situationen leichter mit einem innerlichen Schulterzucken hinnehmen läßt. Der Autor übertreibt auch manchmal etwas, was einen immer wieder etwas Abstand gewinnen läßt, und das ist gut so. Ich wünsche jedem, im Leben bessere Erfahrungen gemacht zu haben als Bruno und Michel. Denn wenn ich mir vorstellen würde, daß es unzählige ähnliche Existenzen wie die beiden gibt, verliere ich noch die letzte Hoffnung auf die schöne heile Welt, die dieses Buch erfolgreich umgeht und nur selten, wenn überhaupt, nur durch ein trübes Schaufenster andeutet.

Fazit: Äusserst Lesenswert

Gruß von [timm]